Mittel gegen Haarausfall

Es ist ein wirkliches Ärgernis. In Deutschland leiden circa 40% aller Männer und 25% aller Frauen früher oder später unter dem Verlust ihrer Haare. Alleine in Deutschland sind somit etwa 8 Millionen Menschen betroffen. Auf dieser Seite erfährst du mehr über die Ursachen und welche Mittel gegen Haarausfall helfen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Der gesunde Haarzyklus
  2. Krankhafter Haarausfall
    1. Anlagebedinger Haarausfall
    2. Kreisrunder Haarausfall
    3. Diffuser Haarausfall
  3. Mittel gegen Haarausfall

Der gesunde Haarzyklus

Es ist vollkommen normal, dass wir Menschen Haare verlieren. Ein normaler Mensch hat zwischen 90.000 und 150.000 einzelne Haare. Das hängt übrigens auch mit der Haarfarbe zusammen. Blonde Menschen haben mit durchschnittlich 150.000 Haaren den dichtesten Haarwuchs. Rothaarige haben dagegen durchschnittlich nur 90.000 Stück. Braun- und Schwarzhaarige liegen dazwischen. Aber auch 90.000 Haare reichen vollkommen aus, um von einem dichten Haarwuchs zu sprechen. Die einzelnen Haare wachsen nicht dauerhaft konstant, sondern in einem Zyklus.Der Zyklus besteht aus Phasen des Wachstums, der Ruhe und der Rückbildung. Dabei hat jeder einzelne Haarfollikel seinen eigenen Zyklus, der zeitlich versetzt von den Nachbar-Follikeln stattfindet. Das garantiert dem Menschen einen dauerhaften und gleichmäßigen Haarbestand. Wenn der Zyklus bei allen Haaren parallel verlaufen würde, dann würde es bei uns zu einer „Mauser“ wie im Tierreich kommen.

Die drei Phasen des Haarzyklus sind:

1. Anagenphase

(= Wachstumsphase)
Bis zu 90% unserer Haare befinden sich gleichzeitig in der Wachstumsphase. Zu dieser Zeit nennt man sie Papillarhaare. Dabei wachsen sie währenddessen 0,3 – 0,5 Millimeter pro Tag. Das macht im Jahr etwa 12 bis 15 Zentimeter. Die Anagenphase dauert zwischen 2 und 6 Jahre.

2. Katagenphase

(= Übergangsphase)
Nach der Wachstumsphase beginnt die Übergangsphase. In dieser Phase produziert die Zellmatrix keine weiteren Zellen mehr. Die Folge davon ist, dass sich die Haarfollikel unten verengen. Die Katagenphase dauert nur zwei bis drei Wochen, daher befinden sich auch nur bis zu 3% unserer Haare gleichzeitig in dieser Phase.

3. Telogenphase

(=Ruhe-/Ausfallphase)
Die Telogenphase ist die letzte Phase des Haarzyklus. Sie dauert zwei bis sechs Monate. Bis zu 18% der Haare befinden sich gleichzeitig in dieser Phase. Das Haarfollikel ruht nun. Die Haare sitzen nicht mehr so fest und lassen sich beispielsweise durch Kämmen und waschen leicht von der Kopfhaut lösen. Mit dem Ende der Telogenphase beginnt die Zellmatrix wieder zu produzieren. Ein neues Haar gelangt wieder in die Anagenphase.

Um den Verlauf zu verdeutlichen, habe ich das Ganze hier noch mal visualisiert:

Haarzyklus- Mittel gegen Haarausfall

Der Haarzyklus ist ein Kreislauf: Die Katagenphase wechselt sich mit der Telogen und der Anagenphase ab. Es gibt Mittel gegen Haarausfall, die den ganzen Zyklus genutzt werden sollten.

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Krankhafter Haarausfall

Du siehst also, es ist völlig normal, dass wir täglich zwischen 50 und 100 Haare verlieren. Denn sie erneuern sich permanent genauso wie unsere Zellen und unser Blut. Es kann auch passieren, dass an einem einzelnen Tag mal mehr als 100 Haare ausfallen. Das ist völlig normal. Krankhaft wird das Ganze erst, wenn über einen längeren Zeitraum mehr als 100 Haare ausfallen. Oder aber einzelne Stellen kahl werden. Die erste Maßnahme sollte der Gang zum Arzt sein. Es ist zwar selten, aber Haarausfall kann auch die Folge von ernsthafteren Stoffwechselerkrankungen oder Hormonveränderungen sein. Hier mal ein Ausschnitt eines Interviews mit Dr. Schaart, einem Facharzt für Hautkrankheiten:

Arten von Haarausfall

Es gibt drei unterschiedliche Arten von krankhaftem Haarausfall. Um zu wissen, wie man den Haarausfall behandeln kann, muss man zunächst herausfinden um welche Art von Haarausfall es sich handelt.

Anlagebedinger Haarausfall (Androgenetische Alopezie)

Mit circa 95% ist dies ist die häufigste Form der Alopezie. In der Umgangssprache wird hierbei oft vom erblich bedingten Haarausfall gesprochen. Tatsächlich wird das aber meistens komplett falsch verstanden. Selbst viele Ärzte erklären ihren Patienten, dass der Haarausfall erblich bedingt ist und man deswegen absolut nichts machen kann. Vollkommen falsch! Anlagebedingt bedeutet nicht, dass der Sohn automatisch lichtes Haar bekommt, wenn sein Vater auch Haarausfall hatte. Es gibt somit kein „Haarausfall-Gen“. Vielmehr bedeutet es, dass die wahren Ursachen für Haarausfall (siehe weiter unten) schneller und leichter negative Auswirkungen auf den Haarwuchs haben. Übersetzt bedeutet Androgenetische Alopezie übrigens „Haarausfall durch männliche Hormone“. Mit dem fortschreitenden Lebensalter bilden die Haarfollikel nämlich bei jedem eine höhere Empfindlichkeit gegenüber den männlichen Sexualhormonen.

Haarausfall bei Männern

Typischerweise beginnt der Haarverlust zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Er beginnt im Bereich der Stirn, mit den typischen „Geheimratsecken“. Nachdem die kahlen Flächen der Stirn immer weiter wachsen, beginnt auch der Hinterkopf lichter zu werden. Schließlich verbinden sich Geheimratsecken über den Scheitel mit der kahlen Stelle des Hinterkopfs. Es bleiben nur noch an den Seiten und dem unteren Bereich des Hinterkopfs Haare übrig. Schließlich bekommt Mann eine komplette Glatze. Schuld daran ist bei den Männern das Sexualhormon Dehydrotestosteron welches aus dem Körpereigenen Hormon Testosteron stammt. Dieses Hormon schrumpft die Haarfollikel, wodurch sie schlechter produzieren können. Die Haare wachsen dadurch bedeutend langsamer oder sogar gar nicht mehr. Gleichzeitig bilden sich mehr Talgdrüsen auf dem Kopf, wodurch die noch vorhandenen Haare schneller ausfallen. Erstaunlicherweise ist das gleiche Hormon auch für ein zunehmen des Körper- und Bartwuchses zuständig.

Haarausfall bei Frauen

Auch im Körper von Frauen bildet sich das Hormon Dehydrotestosteron. Normalerweise aber in einem viel geringeren Ausmaß als bei Männern. Frauen, die viel Testosteron produzieren, leiden häufig gleichzeitig auch unter einer maskulineren Körperbehaarung. Beispielsweise dichte Behaarung an Unterschenkeln und Zehen, sowie im Gesichtsbereich. Das weibliche Sexualhormon Östrogen schützt den Körper normalerweise vor dem schädlichen Effekt des Testosterons. Sinkt der Östrogenspiegel aufgrund von Krankheit, Schwangerschaft oder den Wechseljahren, kann das Testosteron jedoch überhand gewinnen. Dadurch, dass Frauen deutlich weniger Testosteron produzieren als Männer, bleiben sie in den meisten Fällen von Glatzenbildung verschont. Trotzdem verkleinert auch hier das Dehydrotestosteron die Haarfolikel. Die folge ist ein sehr dünnes, lichtes Haar. Typisch für Frauen ist das dünner werdende Haar am Scheitel.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

Am Kreisrunden Haarausfall erkranken in etwa eine Millionen Menschen allein in Deutschland. Wie der Name schon vermuten lässt, bilden sich am Körper Flecken oder Kreise, an denen keinerlei Haare mehr wachsen. Diese Variante von Haarausfall tritt meist absolut plötzlich und sehr schnell ein. Die Ursache der Alopecia areata ist noch nicht abschließend geklärt. Da die Krankheit häufig von hohen Entzündungswerten begleitet ist, geht man davon aus, dass sich das eigene Immunsystem gegen die eigenen Haarfolikel wendet. Auch ein genetischer Grund wird vermutet, da Kreisrunder Haarausfall in einigen Familien gehäuft auftritt. Abgesehen davon ist es sehr schwierig den Verlauf der Krankheit hervorzusehen. Sehr häufig wachsen Monate später plötzlich wieder Haare an den betroffenen Stellen. Bei einigen Menschen tritt der kreisrunde Haarausfall auch mehrmals im Leben auf. Oder die Krankheit weitet sich zum kompletten Haarverlust aus.

Es gibt noch drei Sonderformen der Alopecia areata:

  • Alopecia universalis
  • Alopecia totalis
  • Ausfall aller pigmentierten Haare
  • Die Alopecia universalis ist der Verlust der gesamten Behaarung. Neben Bart-, Kopf- und Körperbehaarung sind dann auch Wimpern, Augenbrauen etc. betroffen. Bei der Alopecia totaos dagegen ist nur die gesamte Kopfbehaarung vom Haarausfall betroffen. Die Körperbehaarung bleibt vorhanden. Bei der letzten Sonderform fallen den Betroffenen alle pigmentierten Haare aus. Infolge dessen bleiben beim Betroffenen nur noch graue Haare übrig.

    Diffuser Haarausfall (Diffuse Alopezie)

    Der diffuse Haarausfall unterscheidet sich in seinem Erscheinungsbild vollkommen von den anderen beiden Arten. Anstatt eine bestimmte Stelle zu betreffen, wird stattdessen der gesamte Kopf immer lichter. Die häufigsten Gründe für diffusen Haarausfall sind Krankheiten/Medikamente und eine falsche Ernährung. Viele Frauen leiden nach einer Schwangerschaft unter diffuser Alopezie. Dabei wird durch den veränderten Hormonhaushalt während der Schwangerschaft der Haarwuchs besonders gefördert. Nach der Schwangerschaft fallen eben diese Haare dann wieder aus.

    Ursachen und wirksame Mittel gegen Haarausfall

    Infografik - Gründe für Haarausfall

    Nur wer die Gründe kennt, kann die passenden Mittel gegen Haarausfall finden.

    Diese Infografik unterliegt der Lizenz CC BY NC ND. Du darfst sie gerne teilen, oder auf deiner eigenen Website einbinden.

    In der obigen Grafik kann man ganz gut sehen, dass es viele verschiedene Gründe für Haarausfall gibt, die sich auch noch überschneiden. Leider gibt es kein Mittel auf dem Markt, dass gegen alle Ursachen von Haarausfall hilft. Deshalb sollte vorher genau analysiert werden, wieso die Haare überhaupt ausfallen. Wenn man das schafft, dann kann man auch meistens erfolgreiche Gegenmaßnahmen ergreifen.

    Genetische Veranlagung

    Viele Betroffene geben sofort auf, wenn sie die Diagnose „erblich bedingter Haarausfall“ bekommen. Dabei ist das gar nicht nötig. Es gibt kein „Haarausfallgen“, welches bestimmt in welchem Alter uns die Haare ausfallen. Oder uns die Haare ausfallen, nur weil dem Vater die Haare ausfallen. Vielmehr geht es um die genetische Veranlagung. Das bedeutet, dass die äußeren Einflüsse wie Stress, Medikamente etc. sich schneller auf den Haarwuchs auswirken.
    Wenn man sich die Naturvölker anschaut, so kann man feststellen, dass diese bis ins hohe Alter kräftiges und dichtes Haar haben. Das hat allerdings nichts mit ihren Erbanlagen zu tun, sondern mit ihrer gesunden Lebensweise. Wenn diese nämlich ihr natürliches Leben verlassen um in der „Zivilisation“ zu leben, fallen ihnen genauso die Haare aus, wie uns Europäern.
    Wir erben also nicht das „Haarausfallgen“ von unseren Eltern, sondern wir übernehmen ihre schlechte Lebensgewohnheiten. Was ist also das beste Mittel gegen erblich bedingten Haarausfall? Gesunde Ernährung und regelmäßiger Sport.

    Stress

    Stress wird als häufigster Auslöser für Haarausfall angesehen. Stress ist evolutionär bedingt. Befindet sich der Körper in einer Stresssituation, werden körpereigene Stoffe, zum Beispiel Adrenalin, ausgeschüttet. Diese erwirken eine Leistungssteigerung der Muskeln und des Gehirns. In der Vergangenheit war das sehr wichtig. Dies ermöglichte unseren Vorfahren die Flucht vor Fressfeinden oder Waldbränden. Durch die Flucht wurden die Stoffe dann wiederum abgebaut.
    Durch unsere privaten Probleme und der vielen Arbeit befinden wir uns auch heutzutage noch ständig in Stresssituationen. Wir bauen die Stresshormone aber nicht mehr ab, wer folgt bei einer unangenehmen Situation schon seinem Fluchtreflex und rennt einfach weg. Da wir uns viel zu wenig bewegen, sucht der Körper anderen Möglichkeiten das Adrenalin wieder loszuwerden. Das dauert allerdings länger und die Stresshormone lagern längere Zeit im Körper. Zu den Folgen davon zählen beispielsweise Erkrankung von Herz und Magen, sowie eben Haarausfall. Das beste Mittel gegen diese Form von Haarausfall: Den Stress am besten direkt vermeiden.

    Falsche Ernährung

    Die falsche Ernährung hängt stark mit dem ersten Punkt zusammen. Durch die Lebensweise, die uns durch die Zivilisation vorgegeben wird, entwickelt sich unser Körper folgendermaßen:

    1. Übersäuerung des Körpers
    2. Mineralstoffmangel
    3. Vitaminmangel
    4. Irritation der Kopfhaut

    Die Übersäuerung des Körpers kann langfristig nur durch eine Ernährungsumstellung geheilt werden. Um schneller eine Wirkung zu erzielen, helfen spezielle Entschlackungskuren. Der Mineralstoff- und Vitaminmangel reguliert sich auch durch die Ernährungsumstellung. Kurzfristig können hier auch Mineralstoffpräparate helfen. Die Irritation der Kopfhaut und damit auch der Haarwurzeln kann man mit bestimmten hochwertigen Pflegeprodukten in den Griff bekommen. Was uns auch schon zum nächsten Punkt bringt:

    Falsche Pflege

    Die Haarpflege ist ein nicht zu unterschätzender Faktor für volles und dichtes Haar. Die Haare sind die meiste Zeit vollkommen den Umweltbedingungen ausgesetzt. Als wäre das nicht schon schwer genug, frisieren, bürsten, stylen und färben wir unsere Haare auch noch. Das greift natürlich die Kopfhaut, Haarwurzeln und Haare stark an. Außerdem werden der Kopfhaut so die benötigten Mineralstoffe entzogen. Es gibt spezielle Pflegeprodukte, die dem entgegenwirken.

    Rauchen

    Ein weiterer Zivilisationsfaktor, der den Haarausfall begünstigt ist das Rauchen. Gewisse Stoffe in den Zigaretten verlangsamen das Haarwachstum oder stoppen es sogar ganz. Das einzige Mittel dagegen: Aufhören!